Sonntag, 05. Februar 2012

Thema des Monats

Schwieriger Abschied aus sozialen Netzwerken (05.04.2010)

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Soziale Netzwerke wie Facebook, SchülerVZ, StudiVZ und viele andere liegen derzeit voll im Trend: Über 400 Millionen Menschen sind weltweit allein bei Facebook Mitglied. Tendenz: rasant steigend. Und das, obwohl das amerikanische Netzwerk wegen seinen mangelnden Datenschutzes hierzulande zunehmend in die Kritik gerät. Deutsche Netzwerke wie SchuelerVZ oder StudiVZ erfreuen sich ebenfalls zunehmender Popularität. Sie ziehen immer mehr Mitglieder an, die sich mit Freunden, Bekannten und Kollegen austauschen wollen - oder neue Freundschaften knüpfen.

Rückzug aus den Netzwerken ist gar nicht so einfach

Doch es gibt auch Menschen, denen wird es irgendwann zu viel. Sie wollen sich aus den sozialen Netzwerken zurückziehen, sich wieder abmelden. Das allerdings ist gar nicht so einfach: Während die Anmeldung in der Regel kinderleicht ist, haben die Anbieter die Funktion zum Abmelden häufig gut in den Untiefen der Menüs versteckt.

Facebook bietet erst mal eine temporäre Deaktivierung an, die man jederzeit wieder rückgängig machen kann, sollte man es sich doch noch mal anders überlegen. Klares Ziel: Das Mitglied nicht dauerhaft zu verlieren, wenn irgend möglich. Wer sich abmelden will, den schauen außerdem jede Menge trauriger Gesichter an, von Freunden aus dem Netzwerk, die einen gewiss vermissen werden, wenn man nicht mehr da ist. Sich komplett abzumelden, das Konto zu löschen und schließen, ist zwar grundsätzlich möglich, aber eben gut versteckt.

Suicide Machine will beim Abmelden helfen

In anderen sozialen Netzwerken sieht es nicht viel besser aus: Abmelden wird einem überall schwer gemacht. Jede Menge Aufwand also, vor allem für User, die in mehreren sozialen Netzwerken vertreten sind und überall raus möchten. Es kann Stunden dauern, bis der Abmeldeprozess in allen Netzwerken abgeschlossen ist.

Doch es gibt einen Weg, den Ausstieg komfortabler zu gestalten: Dienste wie die Web 2.0 Suicide Machine (www.suicidemachine.org) oder Seppukoo (www.seppukoo.com) helfen beim Abmelden. Kostenlose Onlinedienste, die einen in den wichtigsten Social Networks abmelden, allen voran bei Facebook, MySpace, LinkedIn und Twitter. Sie erledigen gewissermaßen den "Papierkram", steuern die versteckten Abmeldefunktionen an. Außerdem löschen die Onlinedienste alle Einträge und Fotos aus den Netzwerken, zumindest wo dies möglich ist.

Facebook zeigt sich bockig - und unterbindet die Autoabmeldung

Allerdings unterbinden einzelne Social Netzworks mittlerweile die automatische Abmeldung, sie sperren Anwendungen wie Web 2.0 Suicide Machine oder Seppukoo. Mit dem Argument, dass die Dienste gegen die AGBs verstoßen, gegen die Spielregeln, denn eigentlich darf kein User seine Anmeldedaten verraten, keinem Freund, aber auch keinem dritten Dienst.

Das muss man aber, damit diese Dienste dann die Abmeldung durchführen können. Facebook hat reagiert und die Suicide Machines sogar ausgesperrt. Gegen einen Anbieter, Seppukoo, wurden sogar rechtliche Schritte unternommen. Man hat schon den Eindruck, dass die sozialen Netzwerke ein wenig Angst haben, denn besonders selbstbewusst ist diese Haltung, die Reaktion ganz sicher nicht.

Derzeit manuelles Löschen und Abmelden nötig

Wer sich aus den sozialen Netzwerken verabschieden möchte, muss daher derzeit oft den regulären Weg gehen, alle Daten selbst löschen - und schließlich das Konto schließen. Das ist möglich, nur eben etwas mühseliger und zeitaufwändiger. Das will natürlich alles gut überlegt sein, ob man sich auch wirklich von seiner virtuellen Identität verabschieden möchte.

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