Samstag, 19. Mai 2012

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Computerspiele: Sinnloser Zeitvertreib oder Spiel- und Lernmittel?

Abbildung von 4 CDs

Computerspiele sind groß in Mode. Gemeinsam mit anderen Medienkompetenz-Initiativen war das Internet-ABC auf Europas größter Computerspiele-Messe vertreten.

Gerade für Eltern und Pädagogen ergeben sich aus der Spielleidenschaft der Jüngsten viele Fragen: Sind Computerspiele für meine Kinder gefährlich? Wo muss ich welche Grenzen setzen? Ein Gespräch mit Jürgen Hilse, dem Spiel-Experten beim Internet-ABC.

Computerspiele erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Warum spielen Kinder gerne? Was macht für Kinder und Jugendliche den besonderen Reiz von Computerspielen aus?

JÜRGEN HILSE: Es macht Kindern - und nicht nur ihnen - einfach Spaß, sich in die verschiedenen Situationen zu begeben und die Aufgaben zu meistern, sei es als Manager, als genialer Stratege oder aber als toller Held.

Computerspiele für Kinder: Sinnloser Zeitvertreib aus Langeweile oder Spielspaß mit wertvollen Lernerfahrungen?

JÜRGEN HILSE: Die Wahrheit liegt möglicherweise in der Mitte. Zweifellos gibt es Spiele, die nicht gerade wertvolle Lernerfahrungen beinhalten. Aber es gibt andererseits auch Spiele, bei denen beispielsweise komplexe Problemlösungsstrategien oder andere Fähigkeiten gefragt sind bzw. erlernt und/oder verfestigt werden können.

Wie erkenne ich, ob ein Spiel negative Wirkungen hat?

JÜRGEN HILSE: Die Frage lässt sich so nicht beantworten, weil hier zu differenzieren ist, z.B. in Wirkungen durch Spielinhalte oder Wirkungen aufgrund der langen Spielzeit etc. Eine einfache Möglichkeit für Eltern bieten die Altersfreigaben von Computerspielen, da die Spiele von Experten geprüft und im Hinblick auf negative Wirkungsrisiken für bestimmte Altersgruppen bewertet werden.

Wie lange am Tag sollten Kinder mit Computerspielen verbringen?

JÜRGEN HILSE: Das hängt vom Alter des Kindes ab. Jüngere Kinder sollten nicht länger als eine Stunde vor dem Bildschirm verbringen, einschließlich Fernsehen. Mit zunehmendem Alter kann dies auch etwas länger sein. Hier sollten die Eltern in erster Linie auch abschätzen können, wie lange das Kind am Computer spielen darf. Wichtig: Kinder brauchen Grenzen, und dies gilt auch für das Spiel am Computer.

Wo können sich Erzieher, Eltern, Pädagogen kompetent über Online-, Konsolen und CD-ROM-Spiele informieren? Wo finden sie Bewertungen, Altersempfehlungen, ...?

JÜRGEN HILSE: Es gibt inzwischen im Internet einige Adressen, bei denen man sich erkundigen kann. Beispielsweise sind dies das Internet-ABC (www.internet-abc.de) oder den Spieleratgeber NRW
(www.spieleratgeber-nrw.de).

Was ist ein 'gutes' Computerspiel? Welche Kriterien kennzeichnen für Sie ein empfehlenswertes Spiel?

JÜRGEN HILSE: Ein gutes Computerspiel ist: spannend, abwechslungsreich, einem bestimmten Alter angemessen, herausfordernd, bietet eine Mitspielmöglichkeit für mehrere, weist ein gutes Spielkonzept auf und vieles andere mehr ...

Jürgen Hilse ist Computerspiel-Experte beim Internet-ABC. Außerdem ist er als Ständiger Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden (OLJB) bei der Unterhaltungssoftware SelbstKontrolle (USK) tätig.

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