Thema des Monats
Was ist eigentlich Geotagging? (09.02.2009)
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Es gibt Begriffe, die sich in unser Bewusstsein schleichen. Anfangs benutzen wie sie ein wenig unsicher, dann immer öfter und irgendwann wie selbstverständlich. Dabei wissen wir oft gar nicht so genau, was sich dahinter eigentlich verbirgt. Ein schönes Beispiel dafür ist der Begriff "Geotagging". Fast jeder Internetbenutzer hat den Begriff schon mal gehört, viele benutzen ihn auch - doch nach der Bedeutung gefragt, können die meisten ihn nicht wirklich erklären. "Irgendwas mit Fotos", sagen manche. Oder "Markierungen auf der Landkarte".
Geotagging verortet Fotos und Videos
Wikipedia erklärt den Begriff so: "Beim Geotagging wird ein raumbezogener Datensatz (z.B. ein Bild, eine Website, ein Artikel) mit einer Koordinate versehen. Die Koordinate wird als Tag, Attribut bzw. Metainformation beigefügt. Sie ermöglicht die räumliche Einordnung der Information. Die Daten lassen sich so zum Beispiel in einer digitalen Karte (etwa Google Earth) an der richtigen Stelle platzieren. Im Internet haben sich hierfür die Begriffe Geotagging und Geocoding verbreitet. Das beigefügte Attribut wird entsprechend Geotag oder Geocode genannt. Beim Zuweisen von Koordinaten zu digitalen Bildern spricht man auch vom Geo-Imaging."
Das trifft die Sache schon ganz gut. Einen Punkt verschweigt Wikipedia: Geotagging ist ein Trend im Internet. Vor allem Digitalfotos werden heute gerne "verortet". Bei flickr hoch geladene Fotos zum Beispiel erhalten immer öfter eine Geo-Information: Der Fotograf steckt einen virtuellen Pin in die Onlinekarte von Google Maps oder Google Earth, genau dort, wo die Aufnahme entstanden ist. Das hat gleich mehrere Vorteile: Wer das Foto betrachtet, kann gleich sehen, wo genau - im Zweifel sogar auf welcher Straße - das Bild entstanden ist. Doch auch wer auf die Onlinekarte guckt, hat Vorteile, denn im Zweifel erscheinen andere Fotoaufnahmen, die an derselben Stelle gemacht wurden.
Kameras mit automatischem Geotagging
Google Earth hat das Verfahren perfektioniert. Wer in Google Earth einen gut besuchten Fleck ansteuert, etwa das Marsfeld in Paris oder das Empire State Building in New York City, bekommt Hunderte von Fotos angedeutet, die Privatleute gemacht und mit Geodaten versorgt haben. Auf diese Weise kann man sich die Bilder anderer Leute anschauen und weiß vorher schon, dass sie relevant sind - eben weil man sich gerade Bilder aus der Gegend anschaut.
Es gibt mittlerweile Fotokameras und vor allem Foto-Handys, die Fotoaufnahmen automatisch mit Geodaten versehen. Dann muss der Fotograf nicht mehr später den Aufnahmeort in einer Onlinekarte eintragen; ist dann alles bereits im Foto gespeichert. So ganz allmählich schwappt der Trend auch in die Videowelt. Auf der Webseite www.visualpin.com lassen sich Youtube-Videos mit Geotagging-Daten versehen. Anders als beim Foto, wo eine einzelne Ortsangabe reicht, kann ein Video natürlich an vielen Orten gedreht worden sein. Entsprechend ist es bei Visualpin möglich, jede einzelne Szene des Videos mit solchen Geodaten zu versehen.
Daten mit zusätzlichen Informationen versehen
Vernetzung spielt eine immer größere Rolle. Fast alles, was online gespeichert werden kann, wird heute auch online gespeichert. Das sind derart riesige Datenmengen, dass es zwingend verschiedener Ordnungskriterien bedarf. Übliche Ordnungsstrukturen wie Kategorien oder Stichwörter ("Tags") wird es auch weiter geben, aber sie reichen nicht mehr aus. Geotagging ist eine weitere, durchaus praktische Möglichkeit, Informationen mit Metadaten zu versehen, mit zusätzlichen Informationen, die bei Recherchen eine Rolle spielen können.
Übrigens längst nicht mehr nur bei Fotos oder Videos. Auch viele Blogger verorten sich selbst, ihr Blog, per Geotagging. Denn es kann ja sein, dass jemand nach Bloggern in einer bestimmten Umgebung sucht. Mehr Informationen schaden nie, zumindest nicht beim Suchen und Finden. Denn je mehr Informationen verfügbar sind, desto konkreter lässt sich Suchen und Ausfiltern.










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