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Grundschüler im Internet - Was Eltern wissen müssen
(26.09.2006)

Ab wann sollte mein Kind den Umgang mit dem Internet lernen? Wie sinnvoll ist der Einsatz des Computers im Grundschulunterricht? Ist der Computer eine Alternative/Ergänzung zum Schulbuch? Diese und weitere Fragen beantwortet die Diplom-Pädagogin und Internet-ABC-Expertin Anke Hildebrandt in einem Interview!
Ab wann sollte mein Kind den Umgang mit dem Internet lernen?
ANKE HILDEBRANDT: Hier gibt es keine feste Altersbegrenzung. Erste Interneterfahrungen können schon ab fünf oder sechs Jahren gemacht werden, wenn Kinder zusammen mit Vater oder Mutter gezielt Kinderseiten ansteuern. Wichtig: Anfangs sollten Kinder unbedingt gemeinsam mit den Eltern surfen!
Um sich das Internet eigenständig zu erschließen, ist lesen können Voraussetzung. Außerdem müssen die Kinder potenzielle Gefahren des Internets kennen und auch Verhaltensregeln dazu, die sie davor schützen (z.B. keine persönlichen Daten preisgeben).
Für selbstständige Entdeckungen am Computer sind jüngere Kinder ab vier Jahren mit Kindersoftware mit festem Orientierungsrahmen meist besser bedient.
Wie sinnvoll ist der Einsatz des Computers im Grundschulunterricht? Ist der Computer eine Alternative/Ergänzung zum Schulbuch?
ANKE HILDEBRANDT: Eine Alternative sicher nicht! Neue Medien sollen das Lernen bereichern, indem sie klassische, bekannte Lehr- und Lernmethoden erweitern, nicht ablösen.
In der Grundschule kann der Computer unterstützend als Werkzeug zum Lesen, Schreiben und Rechnen üben eingesetzt werden. Lernsoftware ist geduldig, da kann man im eigenen Lerntempo und so oft man möchte Zahlen addieren, Wörter buchstabieren oder Buchstaben lernen, und Spaß macht es obendrein. Das Schreiben mit Stift und Papier bleibt trotzdem Grundkompetenz.
Selbst aktiv und kreativ werden - auch dafür steht der Computer in der Grundschule. So erfahren die Schüler, dass Medien gestaltbar sind. Mit einem Homepagegenerator, www.Primolo.de z.B., gestalten Grundschüler eigene Internetseiten, nachdem sie sich intensiv mit einem Thema auseinandergesetzt haben.
Sollen Schüler das Internet für Hausaufgaben nutzen dürfen? Worauf müssen Eltern achten?
ANKE HILDEBRANDT: Hier gilt es, nach Alter bzw. Klassenstufen zu differenzieren.
Grundschüler der ersten Klassen können über das Netz Lernerfahrungen machen, die schulischen Lernstoff aufgreifen oder vertiefen. Eltern können mit ihren Kindern für jedes Schulfach einen Lesezeichenordner im Browser anlegen, um die Adressen geeigneter Seiten zu sammeln. Kindersuchmaschinen oder der 'Schulfachnavigator' im Internet-ABC sind ideale Ausgangspunkte, um kindgerechte Seiten mit Lernwert zu finden.
Zur konkreten Erledigung der Hausaufgaben gewinnt das Web erst später an Bedeutung, wenn z.B. Recherchen für Aufsätze oder Referate gefragt sind. Aber Vorsicht: Freie Recherchen können auf ungeeignete Seiten führen, die dem Jugendschutz nicht genügen. Den Schülern sollte klar sein, dass auch das 'größte Lexikon der Welt' kein schlichtes Abschreiben erlaubt, sondern dass nach wie vor eigene Denkleistung gefragt ist.
Wie erkenne ich lehrreiche Seiten? Was sind die Kriterien für gute Lernsoftware?
ANKE HILDEBRANDT: Lehrreiche Internet-Seiten haben Inhalte, die so aufbereitet sind, dass Schüler sich zurechtfinden und Lernprozesse ermöglicht werden. Eine Website, die eine Fülle von Information beinhaltet, nützt wenig, wenn die Kinder die Informationen nicht finden oder diese so arrangiert sind, dass sie nicht verstanden oder gar nicht erst abgerufen werden.
Gute Lernsoftware sollte sowohl inhaltlichen wie auch didaktischen und technischen Kriterien genügen. Wie breit ist das inhaltliche Angebot des Programms? Beinhaltet es alle relevanten Themen? Wie ist der Lernstoff aufbereitet? Sind eine einfache Handhabung, klare Arbeitsanweisungen, eine Hilfefunktion gegeben? Kann das Programm zum Lernen motivieren? Bietet es einen angemessenen Schwierigkeitsgrad und die Möglichkeit, diesen individuell anzupassen?
Aus Sicht des Anwenders ist ein Programm dann gut, wenn damit das versprochene Lernziel erreicht werden kann. Da jedes Kind andere Voraussetzungen, Kompetenzen und Erwartungen mitbringt, sollte die Wahl der Lernsoftware darauf abgestimmt sein.
Können Übungen am PC an die Anforderungen der Schule heranführen?
ANKE HILDEBRANDT: Lernspiele verlangen die Aufmerksamkeit des Nutzers. Nur wer sich auf die gestellte Aufgabe konzentriert, wird sie auch lösen können. Insofern hat der Computer tatsächlich Potenzial, um Konzentrationsfähigkeit zu fördern. Voraussetzung ist die richtige Software sowie ein zeitlich fest gesteckter Rahmen. Übermäßiger Medienkonsum kann auch das genaue Gegenteil bewirken...
Wichtig sind daher auch Pausen und Bewegung. Konzentration hält nicht unendlich und verläuft phasenweise.










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