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Handy und Internet
(15.08.2006)

Gewalt verherrlichende Videos, pornografische Bilder und horrende Klingelton-Kosten. Das Handy bietet neben vielen Freiheiten viele Gefahren. Besonders Pädagogen und Eltern sorgen sich um Handys in der Hand von Kindern. Daher beschäftigt sich nun eine EU-Kommission mit den Risiken des mobilen Begleiters.
Nach Angaben der EU besitzt bereits fast die Hälfte aller Kinder in Deutschland zwischen sechs und 13 Jahren ein Handy. In der folgenden Altersgruppe (12 bis 19) sind mit 92 Prozent fast alle Sprösslinge mobil. Dieser Tatsache verdankt der Nachwuchs den ironischen Titel 'Generation SMS', den Spiegel Online ihm sogleich verpasste.
Die EU möchte nun die 'Generation SMS' vor schädlichen Botschaften schützen: Anhand einer Umfrage sollen bessere Richtlinien für den Jugendschutz entworfen werden. Denkbar sind juristische Konsequenzen in Bezug auf die Handy-Inhalte ähnlich den Gesetzen der jugendgefährdenden Schriften.
Der Fragebogen richtet sich an alle betroffenen und interessierten EU-Bürger. Neben Jugendschützern, Eltern- und Verbraucherverbänden, Netzbetreibern, Anbietern und Geräteherstellern sowie den Regulierungsbehörden dürfen auch Kinder und Jugendliche selbst dazu Stellung nehmen.
Die öffentliche Umfrage startete im Juli und läuft noch bis Mitte Oktober. Abgefragt werden Risiken, mögliche Regulierungsmaßnahmen, sowie technische und europäische Lösungswege. Inhaltliche Aspekte sind beispielsweise der mögliche Zugang zu schädlichen und illegalen Inhalten, das Tyrannisieren (z.B. Verbreitung missbräuchlicher oder bloßstellender Nachrichten oder Fotos unter Kindern), zweifelhafte Kontaktaufnahmen (z.B. wenn sich Fremde per Mobiltelefon mit Kindern 'anfreunden' wollen, um sich mit ihnen zu treffen), die Gefährdung der Privatsphäre der Kinder und die Gefahr unerwartet hoher Kosten.
Viviane Reding (zuständige EU-Kommissarin) appelliert zur Teilnahme an der Befragung: 'Der Jugendschutz im Bereich des Mobilfunks ist eine gemeinsame Aufgabe für alle Beteiligten: Unternehmen der Branche, Jugendschutzverbände und öffentliche Stellen. Je besser die Selbstregulierung funktioniert, desto weniger muss der Staat eingreifen.'
Hintergrund:
Die EU-Befragung ist ein Projekt des Forums 'Sichereres Internet'. Das Forum ist Teil des Kommissionsprogramms für ein 'Sichereres Internet', das seit 1999 läuft und die Eltern und Lehrer mit entsprechenden Kenntnissen und Werkzeugen in die Lage versetzen soll, für Sicherheit im Internet zu sorgen.
Mit dem laufenden Vierjahresprogramm (2005-2008), das mit Haushaltsmitteln in Höhe von 45 Mio. € ausgestattet ist, sollen illegale und schädliche Internetinhalte bekämpft werden. Das neue Programm gilt auch für andere Medien wie Videos und widmet sich dabei ausdrücklich der Bekämpfung von Rassismus und Spam.
Weitere Informationen:
Neue und im Internet abrufbare Informationen rund um das Thema Heranwachsende und Handys bieten zudem der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest
(
www.mpfs.de) sowie das Medienkompetenz-Netzwerk NRW 'mekonet'
(
www.mekonet.de).










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