Wissen, wie's geht
Onlinespiele und Jugendschutz
Spielen ohne Ende?
Bei Onlinespielen mit Mehrspielerprinzip kommt der eigentliche Spielspaß durch die Interaktion mit Gegnern oder Freunden auf und motiviert auf Dauer. Jugendliche tauchen in eine Parallelwelt ein, in der die Mitspieler aufeinander zählen und durch gemeinsame Allianzen im Spiel vorankommen. Dieses Spielprinzip sowie der ansteigende Zeitfaktor im Spielverlauf, sorgen immer wieder für Diskussionen über die Gefahren einer "Onlinespielsucht". So kann am Anfang mit wenig Onlinezeit der gewünschte Erfolg erreicht werden. Doch schon nach wenigen Wochen erhöht sich bei Spielern, die erfolgreich bleiben wollen, diese Zeit um ein Vielfaches. Wer am Ball bleiben will, glaubt oft täglich mehrere Stunden investieren zu müssen.
Ein Suchtpotenzial wird insbesondere den kostenpflichtigen Rollenspielen, allen voran "World of Warcraft" (kurz: WoW), nachgesagt. Hier setzen dauerhaft bestehende (sog. "persistente") Spielwelten den Spieler unter Druck. Das Spiel ist endlos. Die Spielwelt läuft auch nach dem Ausloggen weiter. Geschehen in Abwesenheit wichtige Spielzüge, kann man nicht reagieren. So verwundert es nicht, dass es Spieler gibt, die nicht vom Bildschirm weg wollen. Diese Bindung an ein Spiel kann gerade bei Kindern und Jugendlichen, die sich mitten im Prozess der Persönlichkeitsausbildung befinden, oder über wenig Selbstdisziplin verfügen, problematisch werden.
Wenngleich auch einige Browserspiele mit persistenter Spielwelt und fortlaufender Spielzeit arbeiten, so findet bei der Mehrzahl der Spiele ein anderes System Anwendung: Man spielt "rundenbasiert". Das heißt, es wird in bestimmten Intervallen (z.B. einmal am Tag, pro Woche oder Monat) zu definierten Zeiten jeweils mit einer neuen Spielrunde begonnen. Damit hat jeder Spieler in etwa gleich gute Erfolgschancen.
Beispiel: Der Terminplaner dieses Portals zeigt den Beginn neuer Browserspielrunden an:
Zudem müssen einzelne Spielsitzungen nicht endlos dauern, sondern können auch kurz ausfallen, wenn z.B. nur ein Spielzug am Tag oder in der Woche gefordert ist.
Tipps zum Zeitmanagement für Eltern und Spieler

Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind ein Zeitkontingent. Gerade bei dauerhaften Spielwelten, die rund um die Uhr laufen, ist es wichtig, von vornherein klare Grenzen zu setzen. Dabei empfiehlt es sich bei älteren Kindern besser ein frei einteilbares Wochen- statt eines Tagesbudgets festzulegen. Gute Spiele brauchen immer auch Zeit für die Einarbeitung und damit auch bis zum ersten Erfolgserlebnis. Gewähren Sie diese Zeit.
Spiele sollten grundsätzlich nicht als Mittel zur Belohnung ("Heute darfst du länger spielen, weil…") oder Bestrafung ("Du hast Spielverbot, weil…)" eingesetzt werden. Damit würde ihnen zu viel Bedeutung beigemessen. Stellen Sie stattdessen lieber feste zeitliche Regeln auf.
Sprechen Sie bei der Teilnahme Ihres Kindes an MMOGs über die Möglichkeiten von Mehrspieler-Accounts (d.h. mehrere Spieler steuern einen Charakter) und von Urlaubsvertretung ("Sitting" des Spielkontos) durch andere Spieler, um einem Spielzwang entgegenzuwirken.










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