Zeigen, wie's geht
Medien-Alphabet
Von A wie Auswählen bis F wie Finden
Um Medienangebote zur Information, Bildung, Unterhaltung oder Kommunikation einsetzen zu können, muss man wissen, wie und wo man die benötigten Inhalte findet. Medien sinnvoll und reflektiert nutzen - das können Kinder nicht von selbst.
Lenny weiß, welche Fernsehsendungen ihn nach der Schule entspannen. Aber weiß er auch, wie er lehrreiche Dokumentationen über seine Lieblingstiere, die Delfine, im Programmdschungel Fernsehen oder Internet findet?
Lenny beneidet seinen Mitschüler Uli. Der hat neulich ein Referat über Delfine geschrieben. Die passende Fernsehsendung zum Thema hatte Uli Wochen vorher im Programm gefunden und mit dem Videorekorder aufgezeichnet. Aktuelle Informationen aus dem Internet ergänzten sein Spitzen-Referat - eine glatte Eins! Lenny möchte auch im Internet surfen können. Nur leider verbietet seine Mutter ihm das. Schade. Später, wenn Lenny nach der Schule auf der Suche nach einem Ausbildungs- oder Studienplatz ist, würde es ihm helfen zu wissen, mit welchen Suchstrategien er im Internet Erfolg hat...
Medien informieren, bilden, beraten und öffnen Fenster zur Welt. Unterstützen Sie die Kinder dabei, diese Fenster zu finden und zu öffnen.
Von G wie Gefahren bis M wie Medien bewerten
Die Medienfenster konfrontieren mit Meinungen und Weltsichten und beeinflussen. Wir verarbeiten die Informationen und Botschaften gemäß unseres Wissens und Weltbildes. Auch Kinder brauchen einen festen Bezugs- und Orientierungsrahmen, um Medienerlebnisse einzuordnen. Um Medienaussagen entschlüsseln und kritisch bewerten zu können, ist das Verstehen der Sprache der Medien, des Medien-Alphabets, Voraussetzung.
Kinder, die Medieninhalte zur Information nutzen, müssen wissen, wer den Inhalt bereitstellt und welche Absicht damit verfolgt wird. Eine Dokumentation soll informieren, ein Spielfilm unterhalten, ein Werbespot soll Produkte präsentieren und verkaufen.
Nur wer die Werkzeuge, Methoden und Tricks der Medienmacher kennt, ist nicht zu täuschen. Er begreift, dass Absichten hinter den Medieninhalten stehen und kann sie durchschauen. Er kann sich z. B. selbstbestimmt entscheiden, ob er wirklich 70 Cent für den "leckersten Schokoriegel aller Zeiten" oder 75 Euro für das "neueste und weltbeste PC-Spiel" ausgeben muss, wie es die Werbung nahe legt. Er weiß auch, dass es problematische und gefährdende Inhalte gibt, die irritieren und Angst machen können, und lässt erwachsene Vertrauenspersonen an solchen Negativerlebnissen teilhaben, um sie zu verarbeiten, damit umzugehen bzw. sie zu vermeiden.
Kindern verständlich zu machen, wie Medienformate und -inhalte produziert werden, beispielsweise wie Sendungen für das Fernsehen entstehen, und ihnen die Intentionen von Medien zu erklären, das sind wichtige Meilensteine auf dem Weg zum Beherrschen des Medien-Alphabets.
Von N wie Neu gestalten bis Z wie Zeigen, wie man's selbst macht
Ein weiterer Meilenstein ist dann erreicht, wenn Kinder selbst eine eigene Fernsehsendung mit der Videokamera zu Hause oder in der Schule produzieren.
Wenn Lenny am Computer malt, seine Werke im Internet veröffentlicht, Geräusche oder eigene Hörspiele auf Kassette oder MiniDisc aufnimmt, einen Artikel für die Schulzeitung schreibt, in Chats und Foren von Internetseiten mitmischt...
... dann macht ihm das nicht nur großen Spaß! Er erfährt, dass er selbst etwas gestalten, seine Interessen und Ansichten über Medien zum Ausdruck bringen kann. Und er hat die besten Aussichten, um in den nächsten Jahren ein aktiver, selbstbewusster und kreativer Mensch zu werden. Denn er hat gelernt, wie Medien als Ausdrucks- und Gestaltungsmittel eingesetzt werden können.
Kinder können in die Rolle von Medienmachern schlüpfen, sich beteiligen oder berichten, was sie bewegt und interessiert.
Ermutigen und zeigen Sie Kindern, welche Möglichkeiten gerade interaktive Medien wie das Internet bieten, selbst Inhalte zu veröffentlichen und mitzumischen. Das Internet-ABC ist hier ein guter Ansatzpunkt.
Gemeinsam und stark in die Medienzukunft
Kinder brauchen Medienerfahrungen und Gespräche mit erwachsenen Ansprechpartnern. Wenn Ihre Kinder merken, dass sie und ihre Bedürfnisse ernst genommen werden, sie bei Ihnen Antworten finden und bei sich selbst feststellen, wie sich ihr Erfahrungshorizont erweitert, welche Lernfortschritte sie machen, wirkt sich die Förderung von Medienkompetenz positiv auf ihre Entwicklung aus.
Wir möchten, dass unsere Kinder zu selbstbestimmten, mündigen und glücklichen Erwachsenen werden. Unterstützen wir sie im Erlernen des Medien-Alphabets, damit sie Medien als sinnvolle und immer wichtiger werdende Bereicherung des Lebens erleben.
Auch die gefährlichen Seiten der Medien müssen thematisiert werden, damit unsere Kinder gefeit sind und wissen, wie sie z. B. mit problematischen Internet-Seiten umgehen und sich nicht scheuen, mit Ihnen über Negativerfahrungen zu sprechen.










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