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Eltern und Lehrer bei Mobbing meist hilflos
Ergebnisse einer Befragung des Netzwerks Seitenstark liegen vor
(08.11.2007)
Bei Mobbing in der Schule gibt es kaum eine geregelte Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern. Das geht aus den Antworten von Eltern und Lehrern hervor, die an einer von der AOK unterstützten Online-Befragung im Rahmen der Aktion "MOBBING - SCHLUSS DAMIT!" teilgenommen haben. Eltern gemobbter Kinder fühlen sich allein gelassen; sie sprechen darüber hauptsächlich mit anderen Eltern, bekommen von denen aber kaum wirkliche Hilfe. In den Schulen existieren nur selten klare Absprachen, wie bei Mobbing eingegriffen werden soll. So bleibt es im Ermessen der einzelnen Lehrer, wie sie dagegen vorgehen.

"Besonders hilflos sind Eltern und Lehrer, wenn es um Cybermobbing geht", stellt Kristine Kretschmer fest, die die Aktion für Seitenstark, die Arbeitsgemeinschaft vernetzter Kinderseiten, koordiniert. Unter dieser modernen Form des Mobbings versteht man die Verbreitung von Gerüchten, diskriminierenden Fotos oder Filmen über Handys, Messenger-Dienste oder E-Mails.
Nach Angaben der Lehrer gehört das Mobben einzelner Schüler durch Beleidigungen oder Ausgrenzen zu den täglichen Erfahrungen im Schulalltag. Von Einschüchterung, Erpressung, verbaler sexueller Belästigung und Sachbeschädigung berichten mehr als die Hälfte der 233 Lehrerinnen und Lehrer, die den Fragebogen ausgefüllt haben. Cybermobbing findet sowohl gegen Lehrer als gegen Schüler statt. Ein Viertel der befragten Lehrer wird regelmäßig selbst gemobbt.
Die Fragebögen wurden vom Zentrum für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität Landau entwickelt und ausgewertet. "Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse sollen den Dialog mit der Öffentlichkeit in Gang setzen", erklärt Professor Dr. Reinhold Jäger vom zepf. Die Menge der vorliegenden Daten erlaube nur auf der Ebene der Schülerinnen und Schüler gesicherte wissenschaftliche Aussagen. "Wir werden auf der Grundlage der jetzigen Ergebnisse weiter forschen und uns vor allem mit dem Cybermobbing befassen."
Die Aktion MOBBING - SCHLUSS DAMIT! wurde im Februar von Seitenstark, der Arbeitsgemeinschaft vernetzter Kinderseiten, initiiert. Unter www.mobbing.seitenstark.de können Kinder und Erwachsene sich über Mobbing informieren und eigene Erlebnisse berichten. Dort findet man auch die Ergebnisse der Schülerbefragung und die Gewinner des vom Deutschen Kinderhilfswerk (DKHW) ausgelobten Wettbewerbs "Clevere Ideen gegen Mobbing".










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