Dienstag, 22. Mai 2012

Thema des Monats

Müssen PCs eigentlich so teuer sein? (10.03.2008)

Asus Eee Notebook, Quelle: Asus

Wer sich ein praktisches, kompaktes Notebook zulegen möchte, muss normalerweise ganz schön tief in die Tasche greifen. Denn Edel-Notebooks, ob von Apple oder anderen namhaften Herstellern, kosten ohne weiteres 1.000 Euro und mehr, sprengen also leicht das Budget.

Doch es geht auch günstiger: Der viel zitierte 100-Dollar-Laptop, der in Entwicklungsländern zum Einsatz kommt, vor allem um Schülern Zugang zum Informationszeitalter zu bieten, kostete zwar am Ende zwar 200 Dollar, aber trotzdem deutlich weniger als normale Notebooks. Einen regelrechten Preisschock ausgelöst hat Hersteller Asus: Seit Anfang des Jahres gibt es den Eee-PC, der knapp 300 Euro kostet und quasi ständig ausverkauft ist. Das Interesse an günstigen Notebooks scheint also durchaus groß - und wirft ganz allgemein die Frage auf, ob PCs und Notebooks wirklich so teuer sein müssen.

Es muss nicht immer der pure Luxus sein

Keine 300 Euro für einen vollwertigen PC ist natürlich ungewöhnlich günstig. Da ist so manches Luxus-Handy deutlich teurer. Natürlich gibt es zu diesem Preis keinen voll ausgestatteten Edel-PC. Doch der Discount-PC hat alles, was der "normale" Ich-surf-ab-und-zu-und-schreibe-Texte-User so braucht: 512 MByte Arbeitsspeicher, ein Farbdisplay (wenn auch ein relativ kleines), sogar eine Webcam ist im Deckel integriert. Statt einer "richtigen" Festplatte gibt es ein Flash-Drive (eine Art eingebauter USB-Stick), aber den Unterschied merkt der Benutzer gar nicht.

In punkto Speicherplatz muss sich der Benutzer beim Flash-Drive allerdings beschränken: Vier GByte sind nicht gerade üppig. Doch für unterwegs reicht auch das eigentlich völlig aus: Zugang zu drahtlosen Netzen über WLAN, Web-Browser, E-Mail, Textverarbeitung - mehr ist unterwegs in der Regel eigentlich nicht wirklich nötig. Die passende Software ist auch gleich installiert, ausnahmslos OpenSource-Software, die es kostenlos gibt, etwa Linux als Betriebssystem und OpenOffice als Büro-Software. Auch das reduziert die Kosten.

Eee-PC mit Windows XP für alle Windows-Fans

Doch nicht jeder schätzt Linux als Betriebssystem. Darum hat sich Asus entschlossen, den Eee-PC alternativ auch mit Windows XP anzubieten. Und weil manche auch lieber ein etwas größeres Display (1024x600 statt 800x480 Pixel), mehr Arbeitsspeicher (1 GByte RAM) und ein größeres Flash-Drive hätten, gibt es nun auch eine größere Version des Eee-PC, der knapp 400 Euro kosten soll. Um wie viel teurer die Windows-Variante sein wird, steht derzeit leider noch nicht fest - immer noch günstiger als die meisten Notebooks am Markt.

Bislang. Denn es kommt spürbar Bewegung in den Markt: Es gibt kaum jemand in der Branche, der die Preisoffensive nicht ernst nimmt. Klassische Notebook-Hersteller fangen an, die Preise für ihre Geräte nach unten zu korrigieren und statten ihre Notebooks besser aus. Die Firma MSI, wie Asus eigentlich ein Hersteller von Motherboards, hat ebenfalls ein günstiges Notebook angekündigt. Im Mai sollen die ersten Geräte verfügbar sein, in einem ähnlichen Preissegment. Der Konsument kann sich freuen, da er Notebooks und Subnotebooks nun günstiger bekommt als bisher.

Wenn Mobilfunkanbieter PCs statt Handys sponsern

Erstaunlich ist vielleicht, dass ein Provider wie T-Mobile in den Markt einsteigt. Wer einen Eee-PC beim Mobilfunkanbieter kauft, bekommt den Rechner zum selben Preis wie überall -allerdings auch noch ein Guthaben über 300 Stunden Zugang zu T-Mobile-Hotspots. Das Ziel ist klar: Wer sich erst einmal daran gewöhnt hat, mit seinem Notebook überall online zu gehen, wird darauf irgendwann nicht mehr verzichten wollen. Der Deal mit T-Mobile adelt den Eee-PC und macht das nur 900 Gramm leichte Notebook fast schon zu einem Kultobjekt.

Später will T-Mobile auch eine Version des Eee-PC mit HSDPA-Adapter anbieten. Dann bekommt man also ein subventioniertes Notebook mit Mobilfunkvertrag und kann überall mit UMTS/HSDPA online gehen. Warum nicht?

Manches Handy ist heute teurer als ein Niedrigpreis-Notebook, und Handys werden schließlich auch von den Mobilfunkanbietern subventioniert. Auf Dauer wäre es also denkbar, dass die PCs im Shop der Mobilfunkanbieter sogar günstiger sind als im Laden. Viele legen sich so ein günstiges Notebook als Zweitgerät zu, für unterwegs, und da muss man nicht alle Daten mit dabei haben.

All das macht deutlich: PCs werden künftig günstiger zu haben sein. Die Eingangsfrage lässt sich also eindeutig beantworten: Nein, PCs und Notebooks müssen keineswegs so teuer sein.

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