Newsletter Nr. 13
1. Schwerpunktthema "Kommunizieren im Netz"

Sich mitzuteilen, sich zu verständigen, also zu kommunizieren ist ein menschliches Grundbedürfnis. Ob Sprache, Schrift, Rauchzeichen, Brief, Telefon, Handy oder das weltumspannende Internet - Menschen haben viele Kanäle gefunden, um miteinander in Kontakt zu treten. Dabei haben sie es aber nicht geschafft, Missverständnisse aus der Kommunikation zu verbannen.
Wenn sich zwei Personen direkt gegenüberstehen und sich unterhalten, ist die Gefahr, dass sie sich missverstehen, eher gering - vorausgesetzt natürlich, sie sprechen dieselbe Sprache und wollen ihren Gesprächspartner nicht bewusst in die Irre führen. Sie hören nicht nur die einzelnen gesprochenen Wörter, sondern nehmen auch den Tonfall wahr. Sie verarbeiten das Gesagte des anderen nicht nur über das Gehör, sondern betrachten auch seine Mimik und Gestik. Erst dadurch lassen sich oftmals ironische oder sarkastische Bemerkungen erkennen.
Computervermittelte Kommunikation geschieht zumeist schriftlich, sieht man einmal von Webcams, Internettelefonie u.ä. ab: ohne Gestik und Mimik des Gegenübers, ohne Wortklang und Satzmelodie. Die ganzheitliche Wahrnehmung mit allen Sinnen, um den Dialogpartner und die Bedeutung seiner Aussagen einzuschätzen, fehlt.
Um eindeutiger zu kommunizieren und Gefühle mitzuteilen, entstanden Hilfsmittel: die "Smileys" oder "Emoticons". Mittels der kleinen Zeichengesichter machen Internet-User Emotionen und Stimmungen transparent. So kann ein und derselbe Satz völlig verschiedene Bedeutungen haben:
Mein Kind chattet für sein Leben gern :-) = Darüber freue ich mich.
Mein Kind chattet für sein Leben gern :-( = Darüber bin ich traurig und in Sorge.
Mein Kind chattet für sein Leben gern ;-) = Ironisch, es chattet gar nicht gern.

Manche Computerprogramme wandeln diese Zeichen automatisch in bildhafte Darstellungen um (siehe Bild rechts).
Eine umfangreiche Smiley-Liste ist übrigens auf der Website der Blinden Kuh zu finden:
zur Blinden Kuh
In der Computerkommunikation hat sich damit eine eigene Sprache entwickelt. Neben den Emoticons gehören dazu auch "Akronyme" wie lol (= laughing out loud = lautes Lachen), cu (= see you = tschüss, bis später) oder cs (= cyber sex) und Tätigkeitswörter (rotwerd, grins), die in Sternchen gesetzt werden. Die Devise lautet: Hauptsache kurz und knapp.
Tipp: Wer sich für die Entwicklung der Kommunikationstechnik interessiert, sollte das Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn besuchen. Es präsentiert 5.000 Jahre Geschichte der Informations- und Kommunikationstechniken:
zum Heinz Nixdorf MuseumsForum
Über das Internet zu kommunizieren und zu interagieren ist spannend. Internet-Kommunikation erleichtert Kontaktaufnahmen. Für schüchterne Menschen liegt die Schwelle, auf andere zuzugehen, niedrig. Und in der Anonymität liegt zudem ein besonderer Reiz, der Spaß bereitet und fasziniert - aber auch gefährlich werden kann. Für Kinder sind Gefährdungen, die sich aus der Netzkommunikation ergeben können, oft unüberschaubar.










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