Newsletter Nr. 15
Warum Onlinerollenspiele fesseln und Suchtpotenzial haben
Onlinerollenspiele haben eine hohe Spielanbindung. Ihr Spielprinzip kann Suchtpotenzial erzeugen. Das "Leben" und die Geschichte in der virtuellen 24-Stunden-Welt gehen weiter, unabhängig davon, ob der Spieler dies wünscht oder nicht. Folglich versucht er möglichst viel Zeit am Bildschirm zu verbringen. Wer nicht am Computer sitzt, ist trotzdem immer mit dem Kopf dabei. Versäumnisängste kommen auf.
Die Spielergemeinschaften (= Gilden), zu denen sich die WoW-Spieler zusammenschließen, veranlassen den einzelnen je nach Gilde mitunter dazu, mehrere Stunden dabei zu sein. Bis zu 40 Spieler kämpfen gemeinsam in Schlachtzügen (= Raids), um Gegenstände zu ergattern. Das erfordert eine terminliche Organisation, die den Spieler in seiner Realwelt beschränkt. Er kann nicht zu einem Zeitpunkt seiner Wahl spielen, sondern muss sich mit den anderen abstimmen und kann damit möglicherweise unter Gruppendruck geraten. In diesen Spielen gehört man schnell zu einer elitären Gemeinschaft und fühlt sich zugehörig. Erreicht man im Spiel Stufen, erhält man Anerkennung und erwirbt soziales Prestige ("Im Internet bin ich wer!").
Das Spielprinzip belohnt den am längsten "intensiv" Spielenden. Je mehr Zeit ein Spieler investiert, umso stärker kann der Charakter seiner Spielfigur werden. Dabei kann aber nie alles erreicht werden. Selbst wenn die höchste Stufe erklommen wurde, können noch immer Gegenstände gesucht werden, die den Spielcharakter weiter verbessern.









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