Spiel des Monats (Dezember 2006)
Ankh: Das Herz des Osiris






Beschreibung

Bereits beim ersten Ankh-Spiel sprachen Kenner von der Wiederkehr des klassischen Lucas Arts-Adventures: Bereits hier gab es schräge Geschichten, noch schrägere Spielideen und einen bösartigen Witz, der sich hinter den Scherzen der legendären Monty Python nicht verstecken musste. Kein Wunder, dass es Auszeichnungen nur so hagelte. Jetzt kommt der lang erwartete zweite Teil. Und der kann mit seinem Vorgänger in Sachen Rätseltiefe und Humor durchaus mithalten!
Wie gewonnen, so zerronnen

In einer stockdunklen Gasse wacht der tollkühne Held Assil auf und vermisst ausgerechnet das, was er im ersten Teil des Spiels so mühevoll errungen hatte: das "Ankh", ewiges Symbol des Lebens. Assil wurde von Dieben bestohlen, und ausgerechnet Osiris, der Gott der Unterwelt, steckt dahinter. Er will mittels des Ankh die Welt der Lebenden wieder betreten. Kann der Spieler - in der Rolle des jungen Helden - die Welt des alten Ägypten retten?
Fragen, rätseln, klauen

Das Stadtgebiet ist sehr weitläufig. Um den dreisten Verbrechern auf die Spur zu kommen, empfiehlt sich das gepflegte Gespräch mit den Menschen auf dem Marktplatz. Nach und nach erhält Assil Hinweise, wo er loslegen muss. Unterwegs fallen ihm auch immer wieder Gegenstände in die Hände, die sich zu einem späteren Zeitpunkt als nützlich erweisen können. So bekommt er vom Hellseher einen Wettschein, der Feuerspucker erhitzt ihm etwas Wachs, das der Friseur zur Entfernung von Assils Bart benötigt. Und den Bart muss er loswerden, denn ansonsten wird er nicht in die Bar eingelassen ...
Alles unter die Lupe nehmen

Fahren die Spieler über einen Gegenstand, verändert sich der Mauszeiger, falls sie ihn einsammeln können. Nach einer Weile häufen sich diverse Items an, die in den verrücktesten Kombinationen eingesetzt werden, um das nächste Ziel zu erreichen. Ein Linksklick untersucht die eingesammelten Fundstücke noch einmal und oft genug werden sie, wie zum Beispiel die Nophretete-Puppe, automatisch auseinander genommen. Kombinieren Spieler nun noch den Puppenkopf und das Wachs, kann der Feuerspucker das Wachs erhitzen, denn ohne ein Behältnis würde ihm der Wachs in der Hand schmelzen. Dazu zieht der Spieler mit der Maus das Wachs aus dem Inventar-Menü am unteren Bildrand einfach auf den Kopf - erledigt!Darauf muss man aber erst einmal kommen!
Freundlichkeit zieht

Viele Hinweise finden sich in den Gesprächen mit den Personen, und die meisten Rätsel sehen nur auf den ersten Blick unlösbar kompliziert aus. Ob beim Weinmann oder im Steinbruch - überall gibt es mehr oder weniger unverblümt Hinweise auf das weitere Vorgehen. Spricht Assil jemanden an, werden die Sätze des Dialoges angezeigt und die Spieler klicken den Satz an, der ihnen gerade wichtig ist. Natürlich sind alle Aussagen wichtig, aber kleine Varianten erlauben eine Veränderung des Spiels. Und klicken Spieler am Spielende die Dialogsätze im Sinne von Assils Freundin Thara an, dann fällt der Abschied auch weitaus herzlicher aus, als bei Assils lümmelhaften Antworten.
Technik

Trotz einer schlanken Installation glänzt das Spiel mit detaillierten Bildern, dynamischen Lichtern und so kurzen Ladezeiten, dass es eine wahre Freude ist. Durch abschaltbare Effekte läuft das Spiel auch auf älteren Rechnern recht flüssig. Die Szenen und Figuren sind dreidimensional gestaltet und ein sehr geschickt gesetztes, oft auch farbiges Licht erzeugt Spannung und eine geheimnisvolle Atmosphäre, die durch die Videosequenzen noch gesteigert wird. Das Menü ist einfach zu bedienen, da das Spiel komplett mit der Maus gesteuert wird und sich bei Aktionen wie greifen, gehen oder reden der Mauszeiger verändert. So weiss der Spieler immer, was gerade zu tun ist.
Fazit
Auch der zweite Teil des Rätsels um das Ankh kann sich sehen lassen. Qualitativ überzeugt das Spiel sowieso, und auch die Rätsel haben genug Biss, um die grauen Zellen richtig in Schwung zu bringen. Die modern-flapsige Sprache, die guten Gags und modernisierte Namen wie El-buyall (für einen Import-Export-Laden!) oder Al-Caponep sorgen für Dauerngrinsen. Für Fans des Rätselgenres ein Muss.










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