Spiel des Monats (Juli 2008)
Lego Indiana Jones: Die legendären Abenteuer






Lego Indiana Jones: Die legendären Abenteuer

Ist George Lucas ein Genie? Seine Filme ("American Graffiti", "Star Wars") haben ihm die Nase vergoldet. Mit der Trickfilmfirma "Industrial Light & Magic" hat er lange vor Pixar im Kino die verblüffendsten Effekte gezeigt. Kaum ein Film kommt ohne sein Soundsystem "THX" aus, und früh (1991) erkannte er mit "Lucas Arts" die wahnwitzigen Möglichkeiten des Computerspiels ("Indiana Jones", "Monkey Island"). Nur eins hat der Mann aus Kalifornien nicht erfunden: Lego. Macht nichts, dann wird eben kooperiert.
Spiel die Filme nach

Wie schon bei "Lego Star Wars" gelingt hier den Machern ein herzerfrischendes Jump'n'Run, das mit allerhand Rätselnüssen und jeder Menge gut gelaunter Gags aufwartet. Allein wie die Klötzchenfiguren in den Videosequenzen Grimassen ziehen oder die blonde Elsa ihr wallendes Haar umherwirft, zieht einem die Mundwinkel nach oben. Der Clou dieses Geschicklichkeitsspiels: Als Professor an der Barnett-Universität startet der Spieler mit Hilfe dreier Landkarten in die berühmten ersten Filmabenteuer, die alle nachgespielt werden dürfen. Voll Tatendrang macht er sich auf als "Jäger des verlorenen Schatzes" und findet die Bundeslade, luchst fiesen Indios im "Tempel des Todes" heilige Steine ab und wagt sich in "Der letzte Kreuzzug" sogar an die Suche nach dem Heiligen Gral.
Legomännchen und Legoweibchen wechseln sich ab

Indiana Jones zieht durch die verschiedenen Level und sammelt überall Legosteinchen, Schatzkisten oder andere Items ein. In jedem Level warten herausfordernde Sprungpassagen, gut versteckte Schätze oder Geheimgänge und reichlich Gegner. Alle wichtigen Freunde aus den Filmen sind dabei. Indy zieht mit seinem Uni-Kollegen Marcus Brody los oder trifft seinen Kumpel Shorty Round. Jede Figur kann etwas anderes. Frauen zum Beispiel springen höher und weiter als das durchschnittliche Legomännchen. Die wiederum krabbeln dafür durch enge Tunnel oder entschlüsseln geheime Schriftzeichen. Um bestimmte Spielziele zu erreichen, ist es also sinnvoll ständig zwischen den verschiedenen Figuren hin- und her zu switchen. So finden die Mädels versteckte Schlüssel auf hohen Balkonen und Jones zieht sich etwa im verschneiten Nepal mit seiner Peitsche über einen tiefen Abgrund.
Gebaut wird auch

Das Bauen selbst geschieht übrigens automatisch. Drücken die Spieler auf die Aktionstaste, wirbeln Indy & Co die legoschen Einzelteile durch die Luft und setzen so Brücken oder Anlegestellen zusammen. Kniffelig ist es allerdings, diese oft sehr gut versteckten Bausätze zu finden. Die zerlegten Legohaufen wackeln dann ein ganz kleines bisschen, aber nur wer genau hinsieht, weiß dann, dass etwas Neues daraus gebaut werden kann. Noch schwieriger wird es, wenn dringend benötigte Teile erst mit einer Schaufel ausgegraben oder per Schraubenschlüssel repariert werden müssen. Diese Werkzeuge gehören nun mal nicht zur Grundausstattung. Dankenswerterweise tragen sie aber dafür reichlich vorhandenen Gegner mit sich herum. Einfach dem Rivalen eins auf die Nase geben und schon lassen diese die dringend benötigten Utensilien fallen. Das ist herrlich witzig und wirkt gar nicht brutal.
Cool bleiben

Die Widersacher lassen sich meist leicht besiegen. Kaum liegen sie jedoch in ihren Einzelteilen danieder, kommt wenige Sekunden später eine neue Truppe Indios angetrabt und schießt wild mit Pfeilen. Das stresst. Jetzt nur nicht nervös werden und den Grips einsetzten. In so einer Situation ist es etwa wichtiger, das Flugzeug weiter zu reparieren oder sich im wilden Kampfgetümmel nur auf den bösen Chef zu konzentrieren. Das ist eine der idealen Szenen, in denen sich ein zweiter Spieler jederzeit einklinken kann, um seinem Kumpel den Rücken frei zu halten.
Mehr Spiel für Geld ist selten

Die wilde Jagd nach den Reliquien zieht sich über den ganzen Erdball. Die mehr als 60 spielbaren Charaktere rasen durch den Dschungel, rätseln sich durch Tempellabyrinthe, machen einen Abstecher ins Nazi-Berlin oder erklimmen indische Berge. Die vielen bunten Details der 18 Level (und der drei geheimen) bieten einfach viel für's Geld. Als zusätzliches Sahnehäubchen verwöhnen auch noch die originalen Soundtracks der drei Filme. Doch was ist das Geheimnis des Lego Indiana Jones Spiels? Ganz einfach. Es ist ein reines Actionspiel, das durch die niedlichen Legofiguren einfach nie grausam wirkt. Somit treffen diese Spiele einen Nerv bei Kindern, die sich in ihren Bedürfnissen ernst genommen fühlen. Und Eltern sind auch beruhigt. Denn Lego ist "safe".










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