Mittwoch, 23. Mai 2012

Wissen, wie's geht

Suchmaschinen und Web-Kataloge

"Guck doch mal im Internet nach." Wer heute nach Informationen sucht, der geht ins Internet. Bloß: Findet er dort das, was er sucht? Sind die Suchergebnisse seriös und kann man auch Kinder und Jugendliche unbesorgt zum Suchen ins Netz schicken? Das Internet-ABC zeigt, wie die Suche erfolgreich wird und was Eltern und Kinder beim Suchen im Netz beachten sollten.

Die verschiedenen Suchmaschinen

Vielleicht ist der elfjährige Sohn Fußballfan und die neunjährige Tochter Clara möchte alles über Dinosaurier wissen. Wo gibt es die meisten Informationen? Im Internet. Aber kann man die beiden unbesorgt zum Suchen ins Netz schicken? Mehr als zwei Millionen Fundstellen zeigt die Suchmaschine Google beim Stichwort "Dinosaurier" an und vierzig Millionen für den Begriff "Fußball". Die Links führen ebenso zu teuren Klingeltonangeboten, fragwürdigen Fanseiten oder Online-Shops, wie zu wissenschaftlichen Informationen oder brauchbaren Angeboten für Kinder. Selbst für Eltern ist es nicht leicht, unter diesen vielen Links die passenden zu erkennen.

Wer sich in dieser Datenmenge zurechtfinden will, braucht Orientierung. Dafür sorgen ganz unterschiedliche Suchmaschinen.

Allgemeine Suchmaschinen

Die bekannteste Suchmaschine und mit fast 90 Prozent Marktanteil auch die meist genutzte ist Google. Daneben werden Yahoo, bing, Lycos oder die Suchfunktionen bei MSN, T-Online, AOL und Web.de gern genutzt.

Allgemeine Suchmaschinen durchforsten das World Wide Web unablässig nach neuen Informationen und speichern diese in Datenbanken, im sogenannten "Index", ab. Sucht man dort nach einem bestimmten Begriff, werden die passenden Ergebnisse aus diesen Datenbanken generiert. Sie erhalten dann eine - meist recht lange - Liste mit Suchergebnissen. Diese Suche lässt sich verfeinern, indem man bestimmte Begriffe kombiniert. So kann man mit einem Wort, mit mehreren Wörtern oder mit einer genauen Wortgruppe suchen. Gleichzeitig kann man bestimmte Wörter ausschließen. Auch lässt sich entweder das ganze Web durchforsten oder man beschränkt sich nur auf deutschsprachige Ergebnisse.

Web-Kataloge

Web-Kataloge werden von Menschen erstellt. Eine Redaktion begutachtet die Internetangebote und sortiert sie in einen Schlagwortkatalog ein. Web-Kataloge eignen sich gut zur Suche nach einem ganz bestimmten Thema oder einem Sachgebiet.

Web-Kataloge gibt es zum Beispiel bei dmoz.org. Manche Kataloge (z.B. Allesklar.de oder Web.de) bieten Einträge gegen Bezahlung, weshalb viele private Homepages nicht in den Kategorien auftauchen.

Für Kinder empfehlenswert ist das Open Directory Project Kidmoz.de.

Spezielle Suchmaschinen

Spezialsuchmaschinen widmen sich nur einem Bereich. Die Wahrscheinlichkeit, brauchbare Treffer zu erhalten, ist hier relativ hoch. Spezialsuchmaschinen gibt es zum Beispiel für Reisen, Onlineshopping, Medizin, Hobbys oder für Nachrichten. Besonders relevant für Eltern bei den Spezialsuchmaschinen sind die:

Kindersuchmaschinen

Kindersuchmaschinen wollen Kinder vor problematischen Internetangeboten - also vor pornografischen, rechtsextremen oder Gewalt verherrlichenden Inhalten - bewahren. Hier werden nur jugendfreie Links angezeigt.

Bekannte und empfehlenswerte Kindersuchmaschinen sind:

Sichere Startpunkte für Kinder

Grundschulpflichtige Kinder sollten noch nicht mit allgemeinen Suchmaschinen suchen, wenn sie allein im Internet unterwegs sind. Eltern können die voreingestellte Suchmaschine im Browser durch eine spezielle Kindersuchmaschine ersetzen. Dann kommen die Kinder nicht auf problematische Seiten, wenn sie einen Begriff in dieses Suchfenster eingeben. Beim Browser Firefox lässt sich die Suchmaschinenauswahl mit wenigen Klicks erweitern.

Zusätzlich kann man eine Kindersuchmaschine als Startseite im Browser einrichten. Unter dem Menüpunkt "Extras" lässt sich die voreingestellte Startseite beliebig ändern. (Im Firefox unter: Extras/Einstellungen/Allgemein/Startseite. Im Internet Explorer unter: Extras/Internetoptionen/Allgemein/Startseite). Viele Kindersuchmaschinen bieten außer den Linkempfehlungen auch eigene Inhalte. Neben aktuellen Nachrichten, Spielen oder Rezepten werden spezielle Informationen etwa über Indianer, Umwelt oder Fernsehsendungen für Kinder angeboten. Hier werden Kinder fündig.

Aktuelle Nachrichten

Die großen Suchmaschinen bieten spezielle Angebote zur Nachrichtensuche. Wer nicht nur bei einer Onlinezeitung, einem Nachrichtenmagazin oder einem Webangebot eines Fernsehsenders nach neuesten Nachrichten fahnden will, lässt sich die Ergebnisse gleich mehrerer Online-Publikationen mit diesen Suchmaschinen anzeigen:

Bei der Nachrichtensuche ist jedoch zu berücksichtigen, dass längst nicht alle Onlinemedien in den Ergebnissen aufgelistet werden.

Meta-Suchmaschinen

Meta-Suchmaschinen durchsuchen mehrere Suchmaschinen gleichzeitig. Hier ist die Suche dann empfehlenswert, wenn die Anfrage in einer einzigen Suchmaschine nicht das gewünschte Ergebnis gebracht hat. Denn selbst die beste Suchmaschine erfasst nur einen Teil des Webs, auch wenn es sich dabei um Millionen von Seiten handelt. Bewährt hat sich die Meta-Suchmaschine Metager.de der Leibniz Universität Hannover. Weitere Meta-Suchmaschinen finden Sie ganz am Ende in der Auflistung.

Wie seriös sind die Suchergebnisse?

Im World Wide Web gibt es mehrere Milliarden Seiten. Täglich kommen ungefähr eine Million neuer Seiten hinzu, gleichzeitig verschwinden schätzungsweise 300 000 Seiten. Das ist so, also würden in einer Bibliothek täglich 6000 neue Bücher angeliefert und 1000 abgeholt. Dazu kommt: Im Internet kann jeder veröffentlichen. Eine Qualitätskontrolle gibt es nicht. So finden sich neben wertvollen Informationen und guten Unterhaltungsangeboten auch viele zweifelhafte, jugendgefährdende und sogar kriminelle Inhalte. Das sollte man immer bei der Suche im Netz berücksichtigen. Die Kunst ist, die seriösen von den unseriösen Inhalten zu unterscheiden.

Manipulierte Ergebnisse

Internetangebote sind dann wirtschaftlich interessant, wenn viele Besucher kommen. Nur dann können die Betreiber der Seite rentable Werbung schalten, ihre eigenen Produkte an den Mann oder die Frau bringen oder mit teuren Einwahlprogrammen, den so genannten "Dialern", Geld machen. Deswegen wird immer wieder versucht, die Suchmaschinenergebnisse mit unterschiedlichen Verfahren zu manipulieren, um mit dem eigenen Angebot möglichst weit oben zu stehen. Andererseits sind die Suchmaschinenbetreiber daran interessiert, relevante und keine manipulierten Ergebnisse anzuzeigen. Sie versuchen deshalb, solche Manipulationen zu verhindern und löschen gegebenenfalls sogar derartige Webanbieter aus ihrem Index.

Werbung in den Suchergebnissen

Einige Suchmaschinen sind in Verruf geraten, weil sie sich angeblich von Anbietern gute Suchplatzierungen honorieren lassen. Andere Suchmaschinen kennzeichnen die Werbelinks nur unzureichend. Einige große Suchmaschinen wie Google, Yahoo und MSN machen die Werbelinks durch eine entsprechende Platzierung auf der Seite oder durch optische Hilfsmittel kenntlich. So können Surfer die Werbung einfacher von den echten Suchergebnissen unterscheiden.

Fragwürdige Inhalte

Es bleibt im Internet nicht aus, dass man irgendwann auf Seiten mit fragwürdigen Inhalten stößt. Denn pornografische, rassistische, Gewalt verherrlichende oder andere kriminelle Inhalte sind auch Bestandteil des Internets. Wer bei seiner Websuche auf gesetzwidrige Angebote stößt, sollte die speziellen Meldestellen informieren. Diese überprüfen dann die Websites und unternehmen gegebenenfalls etwas dagegen. Viele Suchmaschinen haben einen Service eingerichtet, bei dem man diese zweifelhaften Seiten angeben kann. Oder man wendet sich direkt an eine der folgenden Einrichtungen: Jugendschutz.net, Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia Diensteanbieter (FSM) (siehe auch Linkpfeil"Verdächtige Seiten melden" im Internet-ABC).

Verbot ist keine Lösung

Die Kinder wegen der Existenz problematischer Inhalte ganz vom Internet fern zu halten, ist keine Lösung. Besser ist es, nach geeigneten Wegen zu suchen, wie Kinder an gute und für sie interessante Angebote kommen. Kinder suchen im Netz das, wofür sie sich auch sonst interessieren: Informationen über ihre Lieblingssportart, über ihre Hobbys, über Buchhelden, über Superstars oder Seiten, auf denen sie spielen können. Mit den bereits erwähnten Kindersuchmaschinen finden Eltern und Kinder die passenden Angebote. Diese speziellen Suchmaschinen durchsuchen eine begrenzte Auswahl von Webseiten und Redakteure prüfen die Ergebnisse. Hier werden nur jugendfreie Links angezeigt.

Geschickter Umgang mit Suchergebnissen

Egal ob werbefinanzierte, manipulierte oder tatsächliche Suchergebnisse: Nicht immer erscheinen unbedingt die besten Links an erster Stelle, wenn ein Suchmaschine das Gefundene auflistet. Deshalb gilt: Besser einmal mehr hinschauen, bevor man auf ein Suchergebnis klickt. Meist ergibt sich aus den zusätzlichen Informationen - dem kurzen Vorschautext in der Ergebnisliste -, ob die Seite wirklich interessant ist. Auch lässt sich anhand der Internetadresse oft schon erkennen, ob ein seriöser Anbieter dahinter steckt.

Man sollte den Aufwand nicht scheuen und mehrere Suchmaschinen für die Suche benutzen und sich nicht allein mit einem Ergebnis begnügen. Wer sich auf den Wahrheitsgehalt der Angaben verlassen will - sei es auf medizinische Ratschläge oder auf Texte, die in einem Referat zitiert werden sollen -, sollte immer mehrere Quellen zu Rate zu ziehen.

Unseriöser Einsatz doppeldeutiger Suchbegriffe

Immer wieder melden unseriöse Anbieter ihre Seiten bei Suchmaschinen falsch an, kaufen erfolgreiche Websites auf oder bauen häufig benutzte Begriffe in ihre Seiten ein. So landen Surfer bei eigentlich harmlosen Suchbegriffen wie "Taschengeld", "Barbie", "Hausaufgaben", "Rezepte" oder "Malvorlagen" plötzlich auf Hardcore-Angeboten und kostenpflichtigen Websites, die pro Nutzung bis zu 70 Euro berechnen.

Vertippt und verirrt

Ein Buchstabe zu viel, ein Bindestrich an der falschen Stelle oder die Endung .com statt .de: Wer sich beim Eingeben der Internetadresse vertippt, landet mitunter ungewollt auf dubiosen oder kostenpflichtigen Seiten. Deshalb sollten jüngere Kinder ihre Lieblingsseiten über ihre Lesezeichen- bzw. Favoritenliste ansteuern und nicht selbst eingeben. Neue Seiten ergänzen Sie einfach mit ihren Kindern gemeinsam:

Lesezeichen setzen/Favoriten speichern

Gute Websites will man auch in Zukunft häufiger ansteuern. Das geht bequemer, wenn man sie als Lesezeichen ("Bookmark") bzw. Favorit abspeichert. Dies geschieht mit einem Klick auf das Sternchen-Symbol im Browser (im Internet Explorer finden Sie das "Favoriten-Center" oben links, im Mozilla Firefox befindet sich das Symbol rechts in der Adresszeile). Alternativ lässt sich natürlich auch über den Menüpunkt "Favoriten" gehen.

Weitere Informationen / Linktipps

Zum türkischen Bereich
Ausschnitt aus dem Poster zum Kongress

Der Medienpass NRW in der Grundschule
Am 16. Juni 2012 von 10 bis 16 Uhr im Haus der Technik, Essen: Kongress "Der Medienpass NRW in der Grundschule"

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