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Sendereihe "Tatort Internet" erhitzt die Gemüter
(21.10.2010)

Sie sind der Albtraum für alle Eltern: Pädophile, die sich in Internet-Chats oder sozialen Netzwerken an Minderjährige ranmachen, sich erst das Vertrauen der Kinder erschleichen und sich dann mit ihnen verabreden - mit dem klaren Ziel, die Kinder zu missbrauchen. Leider passiert so etwas relativ häufig, und nicht nur Eltern und Pädagogen fragen sich verzweifelt, wie sie das verhindern und ihre Kinder wirkungsvoll schützen können.
So gesehen scheint es eine gute Idee, wenn ein Jugendsender wie RTL2, der vor allem von jungen Menschen angeschaut wird, das Thema mit dem Ziel der Aufklärung aufgreift. "Tatort Internet - Schützt endlich unsere Kinder" heißt dann etwas pauschal die 10-teilige Dokureihe auf RTL2, in der - dramatisch inszeniert - gezeigt wird, wie Pädophile im Internet nach Opfern suchen.
Aber der Zweck heiligt nicht die Mittel. Wer Medienkompetenz im besten Sinne erwartet, wer denkt, das Sendeformat würde Eltern vor allem brauchbare, direkt anwendbare Tipps an die Hand geben, der wird bitter enttäuscht: In der Dokureihe werden potenzielle Täter vor laufender Kamera gestellt und auch regelrecht verhört. Die Machart der TV-Reihe ist erkennbar effekthascherisch, mit dramatischer Musik, mit schnellen Schnitten, so wie man es von Thrillern oder Actionfilmen her kennt - damit will man offensichtlich mithalten.
Zwar hat es zweifellos einen aufklärerischen Effekt, Eltern und Kinder auf diese Weise vor den üblichen Praktiken zu warnen - nur geht es der Sendereihe darum nicht wirklich. "Tatort Internet" ist eher an Effekten interessiert, will ein Aufreger sein, bedient zweifellos auch voyeuristische Bedürfnisse. Wenn es wirklich darum ginge, Eltern nützliche, verwertbare Hilfen an die Hand zu geben, wie sie ihre Kinder schützen können, müsste die Sendung ganz anders aussehen - vor allem müssten eben Hilfen angeboten sein. Doch diese fehlen weitgehend.
(Ein Kommentar von Jörg Schieb)
Passend zum Thema:
- Pressemitteilung von Seitenstark e.V.: "Tatort Internet"?! - Aufklärung und konkrete Hilfe geht anders!
Nach Ansicht der Initiative SEITENSTARK ist die Art der Darstellung in der Sendung "Tatort Internet" wenig geeignet, Eltern darin zu unterstützen, die Medienkompetenz ihrer Kinder zu stärken.
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Kommentar
Leila | Tatort Internet | 24.10.2010 17:03
Ich bin der Meinung das die Sendung die Eltern wieder etwas mehr dazu aufruft, vermehrter darauf zu achten wo ihre Kinder sich im internet aufhalten. Viele denken, ach ja, sie sind ja im Kinderchat. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass damit die Aufsichtspflicht beendet ist. Auch in Kinderchats sollte man denoch darauf achten mit wem die Tochter oder der Sohn chattet. Und vor allem um welche Themas es sich gerade handelt. Das nennt man "Elternpflichten" nachkommen.












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