Wissen, wie's geht
Goldene Tipps: Mobbing und Cybermobbing

Von Mobbing spricht man, wenn jemand wiederholt und über längere Zeit herabgesetzt und ausgegrenzt wird - und zwar immer von derselben Person bzw. derselben Gruppe. Von Cybermobbing oder Cyberbullying spricht man, wenn mithilfe elektronischer Medien gemobbt wird, also über das Internet oder das Handy. Opfer kann jeder werden, der einen internetfähigen Computer und ein Handy hat.
Tipps, wenn Ihr Kind Mobbing-Opfer ist
- Sollte ihr Kind im Internet gemobbt werden, braucht es Ihre Hilfe, gerade so, als sei das Mobbing auf dem Schulweg passiert. Sie müssen zuhören, Verständnis zeigen, trösten - und sie müssen möglichst schnell handeln, um dem Mobbing ein Ende zu setzen.
- Sollte Ihr Kind über E-Mail oder einen Instant Messenger (z.B. ICQ) gemobbt werden, sollten Sie dafür sorgen, dass es sich möglichst schnell eine neue E-Mail Adresse zulegt. Die alte Adresse können Sie beim Anbieter löschen lassen. Auch eine neue ICQ-Kennung bietet sich an.
- Wenn das Handy für Mobbing genutzt wird, sollten Sie den Anbieter wechseln und eine neue Telefonnummer besorgen. So ist man Beleidigungen etc. nicht länger ausgesetzt.
- Raten Sie Ihrem Kind, alle Nicknames in Chats, in Foren oder bei schülerVZ zu ändern, sobald es das nächste Mal im Netz unterwegs ist.
- Wenn das nicht möglich ist, können zumindest die in sozialen Netzwerken eingebauten Sicherheitsmaßnahmen ausgeschöpft werden. Ihr Kind kann die Mobber auf "Ignorieren" schalten und so verhindern, weiter von ihnen Nachrichten zu empfangen.
- Melden Sie die Mobber beim Betreiber des Forums oder des Chats. Fordern Sie ihn auf, die Beiträge, in denen Ihr Kind beleidigt oder verhöhnt wird, zu löschen. Dies ist Ihr gutes Recht, wie der Bundesgerichtshof entschieden hat.
- Wenn das Mobbing auf einer Video-Plattform wie MySpace oder YouTube stattfindet, lässt sich der Mobber möglicherweise mit Hilfe der Benutzerinformationen herausfinden. Wenn er Ihrem Kind bekannt ist, können Sie seinen Eltern einen eingeschriebenen Brief schreiben, in dem Sie auf das Mobbing hinweisen. Vorschläge für eine Formulierung finden Sie bei
medienbewusst.de. Veranlassen Sie die Betreiber der entsprechenden Plattform, das Video aus dem Netz zu nehmen. - Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, es gelten die gesetzlich garantierten Rechte wie im wirklichen Leben.
- Klären Sie, ob eine Straftat vorliegt. Scheuen Sie sich nicht, sich ggf. an die Polizei zu wenden und Anzeige zu erstatten. Nicht nur krasse Beispiele wie abgefilmte Schlägereien oder Vergewaltigungen sind strafbar. Auch jede Verletzung des Persönlichkeitsrechts, Beleidigungen, Verleumdungen, üble Nachrede, Drohung, Erpressung und Nötigung können geahndet werden.
- Cybermobber sind nicht anonym; die Polizei kann mit Hilfe der Provider die IP-Nummern der Mobber erfahren und die Täter verfolgen. Sammeln Sie vorher unbedingt Beweise, damit die Polizei tätig werden kann. Heben Sie E-Mails, SMS und Chatprotokolle im Messenger auf, in denen Ihr Kind gemobbt wird. Machen Sie Screenshots (Print/Druck-Taste betätigen, Word öffnen, Strg+V betätigen). Laden Sie beleidigende Videos herunter und brennen Sie sie auf CD oder DVD.
Tipps, wenn Ihr Kind andere mobbt
- Bewahren Sie einen kühlen Kopf und entscheiden Sie in Ruhe, wie Sie mit der unangenehmen Situation umgehen. Es ist nicht angebracht, das eigene Kind als kleines "Monster" zu sehen und zu bestrafen.
- Machen Sie sich klar, dass Mobbing in einer Gruppe geschieht, in der es bestimmte Spielregeln und Machtkonstellationen gibt. Versuchen Sie herauszufinden, welche Rolle Ihr Kind in dieser Gruppe hat. Stiftet es zum Mobbing an? Oder gehört es zu denen, die die Ideen eines anderen ausführen?
- Kommt es zum Mobbing in einer Schule, so müssen Sie als Eltern nicht die Aufgabe übernehmen, den Konflikt zu regeln oder Ihr Kind gar zu bestrafen. Das ist Sache der Schule.
- Ihre Aufgabe ist es, mit dem Kind gemeinsam zu überlegen, wie es aus der Situation mit Anstand herauskommt und welche Konsequenzen es ziehen sollte.
- Überlegen Sie gemeinsam, ob eine mündliche oder schriftliche Entschuldigung sinnvoll ist.
- Versuchen Sie im Gespräch herauszufinden, was dem Mobbing vorausgegangen ist. Häufig lassen Kinder Druck von Lehrern auf diese Art an anderen aus.
- Wenn das Mobbing durch die schulische Situation bedingt war, verabreden Sie ein Gespräch mit dem Klassenlehrer.
- Machen Sie Ihrem Kind klar, was es einem Mitschüler angetan hat. Regen Sie es dazu an, sich die Qualen des anderen auszumalen.
- Ermuntern Sie Ihr Kind, sich klare Ziele zu setzen und z.B. nicht mehr den Anregungen anderer Mobber zu folgen. Machen Sie Ihm klar, dass echte Freunde sich deshalb nicht von ihm abwenden werden.
- Suchen Sie das Gespräch mit dem Klassenlehrer, wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind Probleme hat, mit Konflikten in der Klasse umzugehen. Bitten Sie um Hilfe für Ihr Kind.
- Wenn Sie denken, Ihrem Kind würde mehr Selbstkontrolle und Selbstbewusstsein gut tun, überlegen Sie, wo es das lernen kann. Hier bietet sich an, gemeinsam nach einer Sportart zu suchen, die Ihrem Kind in seiner Entwicklung weiterhelfen kann. Dies kann eine Mannschaftssportart oder auch Kampfsport sein - je nach Interesse Ihres Kindes.










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