Spieletipps
Wario Land - The Shake Dimension






Beschreibung
Das böse Spiegelbild von Mario trägt schon den ersten Buchstaben seines Namens verkehrt herum. Und Wario versucht auch wirklich alles, seinem Ruf als, nun ja, "böses Spiegelbild" gerecht zu werden. Fies kommt er daher, popelt in der Nase, pupst auch mal, eine rote Nase ziert sein Gesicht und sein Bauch wölbt sich ganz gut. Im Gegensatz zu Mario rettet er keine Prinzessin, sondern rafft gierig alle möglichen Reichtümer zusammen.
Der Piratenkapitän Schüttelbert entführt im Shake-Universum die Königin und nimmt ihr Volk gefangen. Als eine magische Erdkugel bei ihm eintrifft, erfährt Wario die für ihn spannende Info. Via magischem Fernrohr gelangt er in die Schüttel-Dimension. Wario macht sich auf eine eigennützige Rettungsmission. Die Königin interessiert allerdings nicht. Vielmehr das magische Geldsäckchen des Piraten. Durch Schütteln fallen Geldstücke aus diesem Säckchen, aber nicht nur einmal, sondern so oft man will. Diesen Schatz der Schätze zu bekommen, so lautet das Spielziel. Und natürlich alles Gold sowie Schätze am Wegesrand mitgehen lassen.
Das Spieldesign orientiert sich an den klassischen Wario-Land-Spielen der Game-Boy-Zeiten. Es liegt somit ein auf den ersten Blick "altmodisch" wirkendes 2D-Jump'n'Run vor, in dem Wario brav Level für Level absolviert. Jedes Level wartet mit verschiedenen Feinden, schwebenden Plattformen, anspruchsvollen Hüpfsequenzen und allem anderen auf, was das Genre so berühmt und beliebt machte. Wario-typisch finden sich aber auch Rätsel. Und natürlich viele Schätze und Geldstücke. Hinzu kommt ein Zeitdruck-Faktor: In jedem Level gilt es einen Anhänger der Königin zu befreien. Nach der Befreiungsaktion startet ein Timer. Nun heißt es, möglichst schnell das Level verlassen, sonst gehen die eingesammelten Münzen futsch.
Neben dem Gameplay überzeugt auch die klassische Grundsteuerung. Über den seitwärts gehaltenen Wiimote bewegt sich Wario per Digi-Kreuz. Durch Drücken der Action-Knöpfe springt der Raffgierige oder führt eine Attacke aus. Natürlich nutzten die Entwickler die integrierte Bewegungserkennung der Wii. Bei einer raschen Bewegung des Wiimote in Richtung Boden vollführt Wario einen Erdbebenschlag. Auch andere Aktionen wie zum Beispiel die Geldsack-Schüttelei machen Gebrauch von der Wii-spezifischen Steuerung. Knifflige Rätsel bauen ebenfalls auf die Wiimote-Tricks auf. Mal gilt es zum Beispiel einen nicht gleich ersichtlichen Weg zu entdecken, um an versteckte Münzen heranzukommen. Drei versteckte Schätze, eine bestimmte Anzahl Münzen und ein Time-Highscore verlocken denselben Level nochmals durchzuspielen.
Die Grafik der insgesamt 25 Level setzt auf 2D-Grafik und entspricht dem allgemeinen Retro-Trend. Bunt und witzig eignet sich die Schatzsuche von Wario auch für Kinder. Sechsjährige haben bestimmt schon Spaß daran, den bösen Mario steuern, ob sie allerdings die moralisch verwerfliche Seite von Wario entdecken, bleibt dahin gestellt. Vielleicht, wenn die Erwachsenen, die in dem Retro-Look ihre Computerspiele wiedererkennen und gerne mal mitspielen, darauf hinweisen?
Wario zeigt einmal mehr die Anleihen von Nintendo aus der "Rümpelkammer der Geschichten". Märchenelemente wie das Säcklein, welches nie leer wird, kennen wie aus den Grimmschen Märchen wie beispielsweise "Tischlein deck dich!". Was einmal mehr unterstreicht: Computerspiele sind oft Märchen in neuer Verpackung.










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