Mittwoch, 23. Mai 2012

Thema des Monats

Was muss ein Handy eigentlich alles können? (01.08.2009)

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Der Begriff "Mobiltelefon" ist für Luxushandys wie Apples iPhone 3Gs, Nokias N97 oder das Google-Handy eine maßlose Untertreibung. Denn in Wirklichkeit sind sie eher transportable Minicomputer, mit einer Leistungsfähigkeit, die vielen nicht bewusst ist. Wer ein modernes Highend-Handy mit sich herumträgt, hat heute mehr Rechenpower in der Jackentasche als den Astronauten der Apollo-Missionen in ihrer Raumfähre zur Verfügung stand.

Wer nur unterwegs telefonieren möchte, fragt sich unweigerlich, wer all diese Funktionen - und ständig werden es mehr - eigentlich braucht. Ein Ende der Featureitis scheint jedenfalls nicht in Sicht: So verfügt das neue iPhone über einen eingebauten Kompass und erlaubt, unterwegs Videos zu schneiden. iPhone, N97 und Google-Handy haben gemeinsam, dass sie sich mit aufwändigen Anwendungen (Applications) erweitern lassen. Auf diese Weise kann sich jeder sein ganz individuelles Handy zusammenstellen, mit Funktionen, auf die er oder sie einfach nicht verzichten möchte.

Es macht einen Unterschied, ob Erwachsene oder Jugendliche solche Handys benutzen

Handy; Rechte: Internet-ABC

Diese Flexibilität bedeutet also auch mehr Individualität - und das kommt an bei den Konsumenten. Obwohl die Luxushandys unglaublich teuer sind - wer sich ein solches Gerät ohne Neuvertrag oder Vertragsverlängerung zulegt, muss ohne weiteres 400, 500 oder mehr Euro hinblättern -, erfreuen sich die Topmodelle immenser Popularität. Apple feiert einen Rekordumsatz nach dem anderen, und das in Zeiten der Krise. Die kostenpflichtigen Applications sind der Renner schlechthin.

Das Handy wird zur Allzweckwaffe für unterwegs, zum mobilen Büro, zur mobilen Spielekonsole, zum elektronischen Begleiter. Wenn Kinder oder Jugendliche über solche Deluxe-Handys verfügen, hat das allerdings Folgen. Denn für Eltern ist es nahezu unmöglich zu kontrollieren, welche Programme auf den smarten Mobiletelefonen installiert sind und laufen. Den Internetzugang zu kontrollieren oder zu reglementieren ist auf Handys nahezu unmöglich. Dabei wäre eine gewisse Kontrolle durchaus sinnvoll, denn nicht nur die genannten Luxusmodelle sind heute vollwertige mobile Internetstationen.

Problem: Handys sind mobile Surfstationen

Ob Facebook, Twitter oder Instant Messaging: Für moderne Handys gibt es eine große Auswahl an zumeist kostenlosen Extraprogrammen. Einmal installiert, bieten sie komfortabel Zugang zu den verschiedenen Onlinediensten. Rund um die Uhr, man ist "always online". Das macht Spaß, ist durchaus elegant und mitunter auch sinnvoll - kann auf einem Handy für Kinder und Jugendliche aber eben auch problematisch sein, da Eltern dann weder die Inhalte, noch die Nutzungsdauer oder -zeiten kontrollieren können. Darüber sollten sich Eltern bewusst sein, wenn sie ihrem Nachwuchs ein Deluxe-Handy spendieren.

Aber auch die weniger teuren Handys können heute immer mehr. Onlinetauglich sind eigentlich fast alle: Wer ein modernes Handy in der Hand hält, kann nahezu ungehindert das komplette Internet nutzen. Vor allem aber lassen sich die zahlreichen Onlinedienste auch von unterwegs füttern. Schnell landet ein gerade gemachtes Foto auch schon in der Social Community oder im Online-Fotoalbum. Knopfdruck genügt. Zu Hause hätte man vielleicht noch mal kurz darüber nachgedacht, ob ein Foto wirklich online gehen sollte.

Generation Upload: Alles geht ins Netz

Der Mobilfunkprovider Vodafone hat sogar einen Begriff für diesen Trend geprägt: "Generation Upload". Alles muss ins Netz, alles wird hochgeladen. Für Eltern ist das kaum bis gar nicht zu kontrollieren. Im Gegenteil: Es wird mit zunehmenden Möglichkeiten sogar immer schwieriger, sich einen Überblick zu verschaffen, sowohl was die Kinder und Jugendlichen online nutzen als auch, wann sie eigentlich online gehen. Wenn das Handy jederzeit Zugang zum Netz bietet, ist der Damm gebrochen.

Ein durchaus bekanntes Problem, das in der Vergangenheit bereits mehrfach diskutiert wurde. Allerdings ohne konkrete Ergebnisse: Provider und Handyhersteller bieten nur sehr zaghaft Lösungen für Eltern an. Die wenigen Angebote, die es überhaupt gibt, sind kaum bekannt und werden garantiert nicht aufwändig beworben. Dabei wären viele Eltern sicher für jede Unterstützung dankbar.

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